Italien vs. Spanien: Wer ist der Favorit?

Heute Abend steigt das Finale der EM 2012 in Polen und der Ukraine. Austragungsort des Endspiels ist die ukrainische Hauptstadt Kiew.

In einem alten Klassiker stehen sich dabei die Spanien und Italien gegenüber, welche bisher eines der besten Spiele dieses Turniers gezeigt haben. Taktisch hochtrabend und voller Leidenschaft war es auch neutralen Zuschauern vergönnt sich an diesem Spiel zu erfreuen. Vergleicht man beide Teams erkennt man viele Parallelen und zugleich wesentliche Unterschiede die auf ein hochklassiges Finale hoffen lassen.

Finale Spanien Italien EM 2012

Vorfreude auf das EM-Finale 2012: Spanien gegen Italien (Foto: Arvedui89 / Wikimedia Commons)

Torhüter mit von Weltklasseformart

Auf der Torhüterposition haben beide Seiten Spieler von Weltklasseformat. Mit Buffon und Casillas verfügen beide Nationalmannschaften über erfahrene Goalies mit starken Reflexen auf der Linie, aber Schwächen in der Strafraumbeherrschung. Im Vergleich zu den modernen Torhütern fällt bei Beiden auf, dass Spieleröffnung und technisches Vermögen limitiert sind.

Spanische Defensive mit Vorteilen

Im Abwehrbereich darf man getrost den Spaniern einen Vorteil unterstellen. Sergio Ramos und Pique gehören zu den besten Innenverteidigern der Welt. Mit Jordi Alba verfügt man zudem über den kommen Star auf der Linksverteidigerposition. Er ist schnell, technisch begabt und taktisch gut geschult. Auf der Position des RV findet man vielleicht die einzige Schwäche im Team der Spanier. Arbeloa ist ein disziplinierter Aufräumer, es mangelt ihm aber an Technik und Offensivdrang. Bei den Italienern ist ein klarer Abwärtstrend in der Qualität der Defensivspieler zu erkennen. Einst begeisterten Maldini, Nesta oder Zambrotta die Fußballwelt, jetzt ist man mit Spielern wie Barzagli und Balzaretti eher durchschnittlich besetzt. Einzig Abate konnte im bisherigen Turnierverlauf überzeugen und sich immer wieder effektiv in die Offensivbewegungen einschalten.

Mittelfeld ist Prunkstück beider Teams

Das Mittelfeld, Prunkstück beider Mannschaften. Iniesta, Xavi, Xabi Alonso, Sergi Busquets und David Silva. Das sind noch längst nicht alle und doch hat man das Gefühl die gesamte Elite des Weltfußballs in einer Elf zu finden. Die extrem hohe individuelle Klasse jedes Einzelnen, gekrönt von der Positionsvariablität, lässt Fußballerherzen höher schlagen. Auch ein Cesc Fabregas darf dieser Liste ohne Probleme beigefügt werden, zeigt er doch gerade bei diesem Turnier seine Vielseitigkeit im Sturmzentrum! Doch auch Italien kann mit Andrea Pirlo, Daniele De Rossi und Thiago Motta mit drei Kalibern aufwarten. Kaum eine Mittelfeldachse ist derart begabt im Zustellen der zentralen Raumes. Allerdings fehlt es der „Squadra Azzurra“ an Alternativen sobald einer dieser Eckpfeiler fehlt. Klarer Vorteil Spanien.

Angriff mit Fragezeichen

Im Angriff darf man gespannt sein ob Mario Balotelli weiter so brilliert wie bisher. Mit seinen 21 Jahren ist er bereits ein kompletter Stürmer dem es, abgesehen von disziplinarischen Verfehlungen, an nichts fehlt. Im Spielsystem mit nur einer echten Spitze scheint er momentan das Maß aller Dinge zu sein. La Furia Roja geht auf dieser Position einen anderen Weg. Im Gegensatz zu den Italienern ist man taktisch flexibel und in der Lage sich ideal auf den Gegner einzustellen. In Fernando Torres hat man einen klassischen Stürmer, mit Fernando Llorente einen sogenannten Sturmtank und mit Cesc Fabregas die spielerische Variante in der das Mittelfeld bevorzugt zum Abschluss kommt. Dennoch ist momentan ein Balotelli in Topform als stärker zu bewerten, von daher Italien im Vorteil.

Italien löst das Ticktet für das Halbfinale

Kurzmitteilung

Am Abend setzte sich die Squadra Azzurra mit 4:2 im Elfmeterschießen gegen England durch und ist damit Gegner der Deutschen im EM-Halbfinale.

In den vorangegangenen 120 Spielminuten vermochten es die Italiener nicht ihre drückende Überlegenheit in Tore umzumünzen. Balotelli & Co. vergaben reihenweise gute Möglichkeiten gegen enttäuschende Engländer. Einzig Joe Hart im Tor der Engländer wusste zu überzeugen und wehrte sich nach Kräften gegen die immer wieder anrollenden Angriffswellen. Für den Zuschauer war dabei vor allem die offensiv ausgerichtete Spielweise Italiens sehenswert und zugleich überraschend. Der Ball lief sicher durch die eigenen Reihen und wurde ungewohnt zügig vor das gegnerische Tor befördert. Vom allseits bekannten und teilweise geächteten Catenaccio war nicht viel zu sehen. Und wenn, dann eher schlecht als recht von den „Three Lions“ praktiziert.

Im Elfmeterschießen waren es dann die beiden Engländer Ashley Young und Ashley Cole die die Italiener jubeln ließen. Der Fehlversuch von Riccardo Montolivo fiel nicht weiter ins Gewicht. Italien steht im Halbfinale der UEFA EURO 2012.

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Viertelfinale: Deutscher Weltrekord auf dem Weg zur Mission 2012

Kurzmitteilung

Die deutsche Nationalmannschaft gewann das brisante Viertelfinale gegen Griechenland deutlich mit 4:2 (1:0). Den Torreigen eröffnete Kapitän Lahm, es folgten der Ausgleich von Samaras und die Treffer von Khedira, Klose und Reus sowie ein Handstrafstoß von Salpingidis zum 4:2-Endstand. Mit dem fünfzehnten Pflichtspielsieg in Folge sammelte die Löw-Elf einen Weltrekord.

Deutschland EM 2012

Deutschland bei der EM 2012

Die deutsche Mannschaft war von Beginn an stärker, brauchte jedoch 39 Minuten und einen Schuss von Philipp Lahm aus 20 Metern Entfernung, um in Führung zu gehen. In der zweiten Halbzeit wagte sich die Griechen zaghaft nach vorne und kamen durch Giorgos Samaras zum Ausgleich (55.). Sami Khedira brachte volley den erneuten Führungstreffer (61.) ehe Miroslav Klose per Kopf (68.) und Marco Reus (74.) erhöhten.

Die deutsche Elf trifft im Halbfinale am Donnerstag in Warschau auf den Sieger der Partie zwischen zwischen England und Italien.

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Viertelfinale: Christiano Ronaldo köpft Portugal ins Halbfinale

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Portugal steht nach dem 1:0 (0:0)-Sieg über Tschechien unter den besten vier Teams der EM 2012. Christiano Ronaldo köpfte vor den Augen von Luis Figo und Eusébio in der 79. Minute das Goldene Tor und sicherte den Halbfinaleinzug.

Christian Ronaldo EM 2012

Christian Ronaldo (Foto: Dagur Brynjólfsson)

In einem äußerst einseitigen Spiel beherrschten die Portugiesen die Tschechen nach Belieben und zíehen völlig verdient in das Halbfinale ein. Portugal hatte die komplette Kontrolle über die gesamten 90 Minuten und ließ Tschechien meist nur hinterher laufen. Vor allem ein bärenstarker Christiano Ronaldo und der stets ackernde Raul Meireles prägten die Partie mit starken Einzelaktionen, brandgefährlichen Torabschlüssen und hohem läuferischen Aufwand. Obwohl der erlösende Treffer erst nach 79 Minuten fiel, war keinerlei Ungeduld sondern pure Entschlossenheit und ZIelstrebigkeit auf Seiten der Portugiesen zu spüren.

Im Halbfinale kommt es am Mittwoch um 20.45 Uhr in Donezk zum Duell mit dem Sieger der Partie Spanien gegen Frankreich.

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Gruppe C: Spanien und Italien im Viertelfinale

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Am Abend setzten sich in Gruppe C die beiden Favoriten Spanien und Italien durch und erreichten damit das Viertelfinale der EM 2012. Während Italien gegen die bereits ausgeschiedenen Iren vermeindlich leichtes Spiel hatte, musste die Furia Roja gegen stark aufspielende Kroaten ran.

Für den amtierenden Welt- und Europameister Spanien war der Viertelfinaleinzug ein hartes Stück Arbeit und verlangte höchste Konzentration und Geduld der Iberer. In einem spannenden und hart umkämpften Spiel gelang erst in der 88. Spielminute der Treffer zum 1:0.Torschütze war der kurz zuvor eingewechselte Jesus Navas. Ungewohnt viele Fehlpässe und Distanzschüsse sorgten für Staunen, ist man doch das präzise und schnelle Kurzpasspiel auf Seiten Spaniens gewohnt. Die Kroaten wussten ihre limitierten Mittel geschickt einzusetzen und wehrten sich nach Kräften. Am Ende teilen die Spieler von Trainer Slaven Bilic das Schicksal mit den Iren und müssen die Heimreise antreten.

Im zweiten Spiel gelang den Italienern ein wenig überzeugender 2:0-Sieg gegen Irland. Zwar zeigten die Insulaner mal wieder eine auffällig schwache Offfensivleistung, doch im Defensivverbund machten die Iren es der Squadra Azzurra sichtlich schwer. Trotz Einbahnstraßenfußballs gab es wenige Torszenen für Italien zu bestaunen und nur der individuellen Klasse eines Antonio Cassano (35.) und eines Mario Ballotelli (90.) ist es zu verdanken, dass am Ende die 3 Punkte und damit das Weiterkommen in Sack und Tüten waren.