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Montag, 22.10.2007
Gastspiel

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Circa 500 Fans hielten am Samstag eine friedliche Demo für den Erhalt von Tradition in der Rostocker Innenstadt ab. Foto: Sebastian Ahrens

Circa 500 Fans hielten am Samstag eine friedliche Demo für den Erhalt von Tradition in der Rostocker Innenstadt ab. Foto: Sebastian Ahrens — Danke!

Schon am frühen Vormittag waren zahlreiche Hansafans auf den Beinen und versammelten sich in der Rostocker Innenstadt. Die Fanszene Rostock e. V. hatte aufgerufen zu einer Demonstration für den Erhalt von Traditionen, Anlass war der Verkauf der Namensrechte für das Ostseestadion. Bereits im Vorfeld gab es Spekulationen, wurden Befürchtungen laut, dass die Demonstration zum Ausgangspunkt gewalttätiger Ausschreitungen werden oder von politischen Extremisten für ihre Zwecke ausgenutzt werden könnte. Noch am Tage der Demonstration konnten es sich auch die ehemaligen Presseorgane der SED-Bezirksleitungen – sekundiert von Mecklenburgs nervtötendstem Rundfunk-Dampfplauderer – nicht verkneifen, noch einmal vorsorglich darauf hinzuweisen, dass die „FCH-Ultras (und vor allem diese ‚Subtras’) am gefährlichsten“ seien – ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Von solcherlei Störgeräusch ließen sich die Organisatoren der Veranstaltung jedoch nicht beirren, in enger Zusammenarbeit mit den Behörden der Hansestadt Rostock wurde der Ablauf der Demonstration bis ins kleinste Detail vorbereitet. Dutzende Ordner aus den Reihen der Fanszene sorgten gemeinsam mit einem großen Polizeiaufgebot dafür, dass der zweistündige Zug zum Ostseestadion ohne Zwischenfälle sein Ziel erreichte. Dafür gebührt allen Beteiligten ein riesiges Dankeschön: den Aktivisten der Fanszene Rostock um Joachim „Schuppe“ Fischer, den Plakatmalern, der Besatzung des „Lautsprecherwagens“ und nicht zuletzt allen eingesetzten Polizeibeamten, die in angenehm entspannter Weise ihren Beitrag zum Gelingen der Demonstration leisteten.

Vielleicht 500 Fans hatten sich kurz vor 12:00 Uhr in Marsch gesetzt, an der Spitze ein großes Banner mit dem Schriftzug „Ostseestadion“, dahinter zahlreiche Doppelhalter und Transparente, auf denen die Träger ihre Meinung zu den Entwicklungen beim FC Hansa seit dem Aufstieg äußerten – bunt und kreativ, vielfältig wie die gesamte Rostocker Fanszene. Entlang der Strecke gab es immer wieder Zustimmung zu den Demonstrationszielen von Seiten der Anwohner und Passanten, je näher man dem Stadion kam, umso mehr Fans schlossen sich an.

Es gab unterwegs anrührende Szenen zu beobachten – sei es ein Wechselgesang zwischen den Demonstrationsteilnehmern und einer kleinen Gruppe Fans auf einem Balkon, oder ein vielleicht 10 Jahre alter Junge am Straßenrand, der ein selbst gemaltes Banner mit der Aufschrift „Ostseestadion“ hoch hielt.

Ihren Abschluss fand die Demonstration mit einer kurzen Kundgebung auf dem Parkplatz in der Kopernikusstraße. Mit Blick auf die Nordtribüne mit dem unsäglichen Namensschild wurden zunächst ein paar Fakten zur Geschichte der traditionsreichen Rostocker Sportstätte verlesen. Dann folgte der emotionale Höhepunkt. Mit bewegenden Worten schilderte Peter Dwinger (67) – einer von tausenden Aufbauhelfern, die in unzähligen freiwilligen Arbeitsstunden beim Bau des Ostseestadions mitgewirkt hatten – seine Gedanken und Gefühle nach dem Verkauf des Stadionnamens.

Bei der Rede des alten Mannes standen vielen Anwesenden Tränen in den Augen. Es sollten nicht die letzten Tränen an diesem Tag bleiben. Offenbar hatten die Worte des Stadionveteranen die Trommelfelle der Hansa-Oberen in zu heftige Schwingungen versetzt. Anders sind die folgenden Ereignisse dieses Tages, der bis dahin so harmonisch verlaufen war, nicht zu erklären.

Es begann bereits am Einlass, als die zur Demonstration mitgeführten Doppelhalter nicht mit ins Stadion genommen werden durften. Begründung: Die Plastikstäbe könnten aufgrund ihrer Zerbrechlichkeit zu Verletzungen führen. Ist klar – ein Wunder, dass es bei den zahlreichen bisherigen Doppelhalter-Choreos nie Todesopfer gegeben hat. Auch schien man um die Gesundheit der Gäste weniger besorgt, jedenfalls durften die Schalker jede Menge Fahnen in ihrem Block schwenken.

Interessant auch das Casting für die Leibesvisitationen, da geht es offensichtlich nach der aufgedruckten Blocknummer. Jedenfalls wies der junge Mann am Tor die Kopfbewegung, mit der ihm signalisiert wurde, eine zutiefst seriöse Erscheinung wie mich durchzulassen, nach prüfendem Blick auf die Eintrittskarte zurück. Nichts da, der wird gefilzt. Aber gut – was sein muss, muss sein.

Im Stadion herrschte von Anfang an eine ordentliche Stimmung. Schalke hatte es diesmal tatsächlich geschafft, den Gästeblock zu füllen, in dem auch über weite Strecken ordentlich die Post abging, eine solide Darbietung. Von Beginn an bis zum Spielende schmückte ein Banner der Ultras GE die Glasscheibe vor dem Block, was niemanden zu stören schien – warum auch?

Auch auf Hansa-Seite wurde gut und laut gesungen, versuchte man, akustisch gegenzuhalten. Nach der gelungenen Demonstration konnte die gute Stimmung der Teilnehmer auf den Bock übertragen werden. Man spürte die Freude darüber, dass die düsteren Prophezeiungen über drohende Gewaltexzesse der bösen Hansafans so eindrucksvoll ad absurdum geführt worden waren.

Dann – wie aus heiterem Himmel – begannen die verhängnisvollen Ereignisse, die das Spiel zur Nebensache geraten ließen. Fast zeitgleich mit dem Führungstreffer für Schalke kam plötzlich Unruhe in Block 27 auf. Von oben konnte man graue Kampfmaschinen sehen, die versuchten, sich durch den Block zu kämpfen und dabei wahllos auf alles einschlugen, was ihnen in den Weg kam – egal ob absichtlich oder weil man zufällig gerade da stand. Dabei wurden Verletzungen in Kauf genommen, vielleicht sogar bewusst kalkuliert. Darüber hinaus wurden Fanutensilien (Trommeln) vorsätzlich beschädigt. Kurze Zeit später waren dann weiße Polizeihelme zu erkennen. Gleichzeitig wurden in anderen Blöcken (27a und 25) die Ausgänge verschlossen.

Was war geschehen? Das an der Glasscheibe vor dem Block befestigte Ostseestadion-Banner hatte offensichtlich das Missfallen der Hansa-Bosse hervorgerufen und sollte folgerichtig aus dem Blickfeld der Fernsehkameras entfernt werden. Auch hier musste wieder die Sicherheit als Vorwand herhalten – die Beobachtung des Blockes von außen wäre nicht mehr gewährleistet. Wozu ist dann eigentlich die große Beobachtungszentrale direkt über dem Block da, wozu die Kameras?

Es sieht tatsächlich so aus, als wäre die Demonstration einigen Leuten zu friedlich verlaufen. War man vielleicht enttäuscht über die nun ausbleibenden Schlagzeilen, mit denen weitere Schikanen für die Fans gerechtfertigt werden sollten und wollte daher selbst dafür sorgen? Ich glaube, ehrlich gesagt, nicht mehr an Zufälle, zumal das bereits erwähnte Banner im Gästeblock bis zum Abpfiff hängen bleiben durfte.

Was ist nur aus unserem FC Hansa geworden? Wo ist das vertrauensvolle Miteinander zwischen Vereinsführung und Fans – auch und gerade in stürmischen Zeiten – geblieben? Lasst uns zur Besinnung kommen, unsere Gedanken ordnen und gemeinsam Fragen formulieren, auf die wir bei der Mitgliederversammlung Antworten einfordern.

Lasst uns nicht hinnehmen, dass Fans, die teilweise seit Jahrzehnten den FC Hansa unterstützen, mit Tränen in den Augen lieber das Stadion verlassen oder gar nicht erst betreten, als mit ansehen zu müssen, wie die „schönste Nebensache der Welt“ in Rostock endgültig dem Kommerz geopfert wird.

WIR SIND DER VEREIN.

UWE BUSCH

Dies ist ein Auszug des Artikels »Quo vadis, FCH?«, der am Sonntag, den 21. Oktober 2007, auf hansa::fans.de veröffentlicht wurde. Autor Uwe Busch ist Mitglied der hansa::fans.de-Redaktion.

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Quelle: hansa::fans.de

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