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Mittwoch, 17.12.2003
Profis

Schlünz-Truppe kann Werder nicht stoppen

Wie bereits angekündigt bestritt der FC Hansa Rostock am Dienstagabend sein letztes Bundesligaspiel im Jahre 2003. Somit wurde die Hinrunde der Saison 2003/04 mit dem Spiel gegen den aktuellen Tabellenführer SV Werder Bremen abgeschlossen. Umstellen musste Cheftrainer Juri Schlünz bekanntlich die Erfolgs-Stammformation der vergangenen Spiele. Der Schwede Marcus Lantz wurde nach seiner Fünften Gelben-Karte im Spiel gegen Köln zum zuschauen verbannt. Für ihn bekam Godfried Aduobe das Vertrauen von Beginn. Und auch im Angriff stellte Juri um. Rade Prica, der sich nach seinem Tor am Samstag im Team profilierte, stürmte neben Ballermann Martin Max.

Das Spiel im mit 32754 Zuschauern besetzten Weserstadion begann hektisch. Den ersten Erfolg konnten die Rostocker bei der Seitenwahl erringen, doch danach wurde es eng. Die Bremer hatten von Beginn an ein Ziel, die Weihnachtsmeisterschaft 2003. Und das spürte man. Nach gerade mal zwei Minuten kam Werders Frank Baumann über links unbedrängt zum Flanken. Im Strafraum säbelte Delano Hill fatal am Ball vorbei und bescherte dem Bremer Ailton sein erstes Weihnachtsgeschenk beziehungsweise die 1:0-Führung. Der Brasilianer schob die Kugel vollkommen freistehend in den Kasten von Hansa-Keeper Mathias Schober. Ein Start nach Maß für die Gastgeber, nach gespielten zwei Minuten und fünfundvierzig Sekunden. Die in weißen Trikots und blauen Hosen aufgelaufenen Hanseaten wirkten nach dem frühen Rückstand geschockt, Bremen dominierte die erste Minuten.

Doch es entwickelte sich ein gutes Fußballspiel, bei dem es hoch und runter ging. Max kam in der 16. Spielminute, nach der Sturm und Drankperiode der Bremer, das erste Mal vor den Kasten von Andreas Reinke, schoss jedoch meterweit daneben. Nach einer Viertelstunde schlichen sich bei den Grün-Weiß-Orangen Hausherren immer mehr Nachlässigkeiten ein. Das anfangs gefällige Kombinationsspiel verwandelte sich in ein zielloses Anrennen gegen die nun relativ sattelfeste Dreier-Abwehr-Kette der Rostocker. Die Blauweißen kamen so zu einer Reihe von Torchancen. Der neu ins Team gerückte Schwede Rade Prica verpasst zwei hochkarätige Einschussmöglichkeiten (20./21.) . Die Werder-Fans wurden schon unruhig, der Spielstand stand auf der Kippe. Die Schaaf-Truppe bot nach der Führung fast nur noch harmlose Weitschüsse und kam immer mehr ins Wanken. Der Ex-Bremer „Raschi“ Tjikuzu verfehlte an alter Wirkungsstätte nur knapp (38.). Doch die Halbzeitführung der Bremer hält.

Im zweiten Durchgang verflachte die Begegnung zunehmend. Der Spielfluss wurde bei beiden Teams ständig durch Fehlpässe und überhastete Aktionen unterbrochen, kein Angriff wurde sauber heraus gespielt. Rostocks sonst so starkes Flügelspiel lag weitgehend brach. Bei Werder erinnerte nichts an eine Spitzenmannschaft. Zudem hätten die Rostocker in der 63. Minute wiederum durch Pechvogel Rade Prica den Ausgleich erzielen können, doch der Schwede, für den sich keiner zuständig fühlte, konnte ein langes Zuspiel vom gut aufgelegten René Rydlewicz nicht verwerten. In der Schlussphase zeigte der Tabellenführer dann doch seine Klasse und kam durch den Franzosen Valerien Ismaël per Kopf, nach Freistoss von Krisztian Listez, zum 2:0. Eine Minute vor Ultimo erhöhte der kleine Ungar Listez nun selber zum Endstand. Somit feierten die Bremer nach Abpfiff im Weihnachtsmannkostüm die Herbstmeisterschafft die 67% aller Fälle auch zum Deutschen Meistertitel führte. Doch am 22. Mai 2004 gibt es zum Saisonfinale ein Widersehen in Rostock und wer da zum Meistermacher wird, das werden wir in Rostock entscheiden.

MARTIN SCHUSTER

Bundesliga 2003/04, 17. Spieltag
SV Werder Bremen - FC Hansa Rostock 3:0 (1:0)

Rostock: Schober - Möhrle, Persson, Hill - Tjikuzu, Rydlewicz (87. Arvidsson), Aduobe (65. Vorbeck), Schultz, Maul - Max (80. Di Salvo), Prica.

Tore: 1:0 Ailton (3.), 2:0 Ismaël (78.), 3:0 Lisztes (89.).

Schiedsrichter: Lutz Michael Fröhlich aus Berlin.

Zuschauer: 32 754 im Bremer Weserstadion.

Gelbe Karten: Baumann, Ismaël - Aduobe, Möhrle, Rydlewicz.

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