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Montag, 13.02.2012
Profis

Lebenszeichen im Absiegskampf

Hansa lebt noch!

Große Freude in Rostock: Die Spieler des FC Hansa Rostock bejubeln einen Treffer beim zweiten Saisonsieg gegen den MSV Diusburg. Foto: Joachim Kloock

Große Freude in Rostock: Die Spieler des FC Hansa Rostock bejubeln einen Treffer beim zweiten Saisonsieg gegen den MSV Diusburg. Foto: Joachim Kloock

Der FC Hansa Rostock landete endlich seinen zweiten Saisonsieg. Im überlebenswichtigen Heimspiel gegen den MSV Duisburg gelang der Mannschaft von Trainer Wolfgang Wolf am 21. Spieltag ein hoch verdienter 4:2 (2:2)-Erfolg. In der Tabelle rangieren die Hanseaten mit 15 Punkten zwar weiterhin auf dem letzten Platz, konnten den Anschluss an die davor platzierten Mannschaften aber verkürzen. So sind Karlsruhe (17., 16 Punkte) und Ingolstadt (16., 16) in Schlagweite, das rettende Ufer ist noch drei Punkte weg.

Im Vergleich zur Vorwoche gab es drei Veränderungen in der Startelf. Neben dem gesperrten Kapitän Sebastian Pelzer standen auch Dexter Langen und Peter Schyrba nicht einmal im 18er-Kader. Dafür kehrten Tobias Jänicke, Kevin Pannewitz und nach abgesessener Gelb-Sperre Robert Müller in die Anfangsformation zurück. Marek Janecka und Timo Perthel wurden vom Mittelfeld auf die Außenverteidiger-Positionen zurückbeordert, während Edisson Jordanov von Beginn an auf die rechte Außenbahn rückte. Der Hansa-Youngster bestritt ebenso wie die Neuzugänge Freddy Borg und Marek Janecka sein erstes Pflichtspiel in der DKB-Arena. Die Gastgeber begannen die Partie erfrischend und bissig. Bereits in den ersten Minuten wurde deutlich, dass die Duisburger an diesem Tag wohl kein Abwehrbollwerk auf den „Rasen“ in die DKB-Arena zaubern werden würden. Hansa bestimmte das Geschehen, ein Schuss des Sturmführers Marek Mintal wurde geblockt (11.). Wieder Mintal wurde im letzten Momentan gestoppt (27.) – die Rostocker zögerten in dieser Phase vor den Abschlüssen einfach zu lange. Nach einer halben Stunde war es dann soweit, endlich die verdiente Führung gegen harmlose Duisburger. Nach einem Freistoss von Perthel verlängert Gusche per Kopf und aus Nahdistanz hat Mintal keine Mühe einzuschieben (30.). Fast Postwendend der Ausgleich für Duisburg nach einer Ecke – das ging viel zu einfach (34.). Die erneute Antwort des FCH ließ aber nicht lange auf sich warten. Nach Vorarbeit des starken und unbekümmert agierenden Jordanov drückte Tobias Jänicke den Ball über die Linie (36.). Wieder vier Minuten später und wieder nach einer Ecke kamen die Gäste erneut zum Ausgleich (40.) – es war zum Verzweifeln. Eine eigentlich überlegen geführte Halbzeit und dann nur 2:2 zur Pause.

Nach Wiederbeginn blieb der FCH am Drücker. Kevin Pannewitz setzte einen Kopfball knapp drüber (47.), eine Minute später dann wieder Pannewitz per Kopf (48.). Dann ist es aber doch soweit – nach einem Perthel-Freistoß verlängert Müller per Kopf und Mintal steht einmal mehr goldrichtig und netzt ins lange Eck ein – Klasse Aktion des Instinktstürmers (52.)! Um ein Haar hätte Mintal dann erneut getroffen, scheiterte aber an Duisburg-Keeper Wiedwald (58.). Ein Schuss aus der Drehung von Borg (65.) und noch ein weiterer Versuch von Borg (73.) blieben ungenutzt. Auf der Gegenseite musste Kevin Müller bei einem Versuch von Daniel Brosinski auf der Hut sein, klärt aber im Herauslaufen stark (74.). Als Freddy Borg, der sich auf dem besten Wege zum neuen Rostocker Publikumsliebling zu werden befindet, dann von Jula gefoult wird, zeigte Schiedsrichter Cortus auf den Punkt. Diese Chance ließ sich der Schwede selbst nicht nehmen und verwandelt mit seinem zweiten Treffer im zweiten Sicher sicher zum 4:2-Endstand. Dies war die Entscheidung im Spiel. Im gesamten Stadion war die Erleichterung und die Freude über diesen wichtigen Sie zu spüren. Hansa lebt noch!

Trainerstimmen

Wolfgang Wolf (Rostock): Ich muss ein großes Lob an die Mannschaft aussprechen, die heute in einer schwierigen Situation und bei schweren Platzbedingungen so ein Spiel rausgehauen hat. Wir waren von der ersten Minute an voll da, haben zwei klasse Tore erzielt, aber leider auch zwei dumme Tore bekommen. Der MSV war eigentlich gar nicht da, aber macht zwei Tore.

Das habe ich der Mannschaft in der Halbzeit auch gesagt und sie daran erinnert, dass sie einfach da weitermachen soll, wo sie in der ersten Hälfte angefangen hat. Ich hatte nie das Gefühl, dass der MSV aus dem Spiel heraus torgefährlich werden könnte, da hat die Mannschaft die taktischen Vorgaben klasse umgesetzt. Das Ergebnis ist hochverdient - Hut ab vor der Mannschaft. Die drei Punkte sind wichtig für das Selbstvertrauen und auch ein Zeichen an die Fans, dass wir noch da sind!

Oliver Reck (Duisburg): Glückwunsch an Wolfgang Wolf und sein Team. Der Sieg war wichtig für euch, wäre aber für uns auch wichtig gewesen. Man darf so nicht zweimal in Rückstand geraten, wie wir in der ersten Halbzeit. Wir hatten große Probleme mit dem schnellen vertikalen Spiel und sind letztlich glücklich mit einem 2:2 in die Pause gegangen. Dann geraten wir durch eine Unachtsamkeit wieder in Rückstand, als wir Marek Mintal im Sechzehner außer Acht lassen. Anschließend ist es uns nicht mehr gelungen, gute Möglichkeiten rauszuspielen. Lediglich eine Chance von Sukalo hatten wir noch, bei der der Schiedsrichter aber wegen Hand oder Abseits abgepfiffen hat. Wir müssen mehr in ein Spiel investieren – das hat uns Hansa heute vorgemacht. Daher kann ich mit dem Spiel nicht zufrieden sein. Wir sind nun endgültig im Abstiegskampf angekommen.

ARNE TARON

2. Bundesliga 2011/12, 21. Spieltag
FC Hansa Rostock – MSV Duisburg 4:2 (2:2)

Rostock: K. Müller - Janecka, Holst, Gusche, Perthel – R. Müller, Pannewitz (71. Wiemann), Jordanov (86. Weilandt), Mintal - Jänicke (80. Semmer), Borg.

Duisburg: Wiedwald - Berberovic, Soares (46. Gjasula), Hoffmann - B. Kern (53. Wolze), Sukalo, Bajic, Brosinski - Pamic, Zahorski (79. Domowtschiski), Jula.

Tore: 1:0 Marek Mintal (30.), 1:1 Bajic (34.), 2:1 Tobias Jänicke (36.), 2:2 Sukalo (40.), 3:2 Marek Mintal (52.), 4:2 Freddy Borg (82., Strafstoß).

Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Nürnberg).

Gelbe Karten: Holst, Pannewitz – Pamic, Kern, Jula.

Zuschauer: 9.200 in der Rostocker DKB-Arena.

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