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Sonntag, 01.04.2012
Profis

Lebenszeichen in München

Freddy Borg beschert Hansa den ersten Auswärtsdreier

Ein seltenes Bild in der Fremde: Der FC Hansa Rostock gewann beim TSV 1860 München erstmals in dieser Saison auswärts. Foto: Sebastian Ahrens

Ein seltenes Bild in der Fremde: Der FC Hansa Rostock gewann beim TSV 1860 München erstmals in dieser Saison auswärts. Foto: Sebastian Ahrens — Danke!

Der erste Auswärtssieg der Saison ist unter Dach und Fach. In der Münchener Allianz-Arena gelang dem FC Hansa Rostock beim TSV 1860 München endlich der so dringend benötigte erste Auswärtssieg. Es war erst der dritte Saisonsieg überhaupt für das Team von Trainer Wolfgang Wolf, das nun wieder Morgenluft im Kampf gegen den Abstieg und um den Relegationsplatz wittert. Das so eminent lebensnotwendige und am Ende auch goldene 1:0 besorgte der eingewechselte Freddy Borg mit einem Kopfball aus Nahdistanz gegen Kiraly zehn Minuten vor Schlusspfiff– bereits der fünfte Saisontreffer des Schweden, der noch am Wochenende zuvor bei seinem schwach verschossenen Foulstrafstoß eine tragische Figur abgab.

Im Vergleich zum Heimspiel gegen den FC Erzgebirge Aue gab es drei Veränderungen in der Startelf der Hanseaten. Für den gesperrten Stephan Gusche sowie Edisson Jordanov und Freddy Borg, die beide zunächst nur auf der Bank Platz nahmen, spielte diesmal jenes Trio von Beginn an, das vor Wochenfrist eingewechselt worden war. Kevin Pannewitz und Michael Blum komplettierten die Vierer-Abwehrkette, während Dominic Peitz ins Mittelfeld rückte. Hansa agierte zu Beginn der Partie vorsichtig und riskierte zunächst wenig. Nach gerade einmal 18 Spielminuten musste dann Innenverteidiger Mathias Holst verletzt raus und wurde Tom Weilandt ersetzt. In der Folgezeit erspielten sich die Rostocker nun Feld- und Chancenvorteile. Bei Chancen von Jänicke (19., 23.), Weilandt (26.) und Peitz (31.) wollte noch kein Tor gelingen. Die Gastgeber boten bis dahin eine enttäuschende Leistung und kamen kaum dazu Hansa-Schlussmann Jörg Hahnel zu prüfen. Ein Flachschuss von Janecka (37.) und ein Freistoß von Perthel (44.) waren dagegen noch auf Rostocker Seite zu notieren. Nach der Pause waren zunächst die Rostocker wieder die etwas aktivere Mannschaft, die erste Großchance hatten dagegen die Gastgeber nach 55 Spielminuten als Kevin Volland den Ball über das leere Hansa-Gehäuse köpfte (55.). Die nächste Gelegenheit hatte der mittlerweile eingewechselte Borg, seinen Schuss konnte Gabor Kiraly jedoch parieren (69.). Auch in der Schlussviertelstunde war der FCH am Drücker und verdiente sich so den goldenen Treffer durch Freddy Borg nach einer Flanke des starken Michael Blum redlich (80.). Die letzten Minuten spielte der FCH (ungewohnt) lässig herunter, so dass die etwa 1.500 Rostocker Fans am Ende endlich zum ersten Mal in dieser Saison „Auswärtssieg“ skandieren konnten. Nun muss am Donnerstag im Heimspiel gegen Aufstiegsaspirant Fortuna Düsseldorf unbedingt ein Dreier nachgelegt werden, wenn das zarte Pflänzchen der Hoffnung auf den Klassenerhalt 2012 weiter gedeihen soll.

Trainerstimmen

Wolfgang Wolf (Rostock): Ich bin erstmal nur glücklich, dass wir heute hier gewonnen haben und auch über die Art und Weise, wie meine Mannschaft hier heute trotz personeller Probleme 90 Minuten aufgetreten ist. Wir waren einfach mal dran, denn so ähnlich sind auch die anderen Spiele abgelaufen, als wir eigentlich dominant oder gleichwertig waren. Wir haben gut gespielt und uns Chancen herausgearbeitet, aber in der ersten Halbzeit die letzte Konsequenz vermissen lassen. In der zweiten Halbzeit hatten wir auch das Quäntchen Glück und Jörg Hahnel hat gut gehalten, so dass wir die eine oder andere Kontersituation gut überstanden haben. Dann haben wir das Spiel wieder aufgenommen und nach vorne gespielt und mit den Einwechselungen haben wir klar gezeigt, dass wir das Spiel hier gewinnen wollten. Wenn man Tabellenletzter und von vielen schon abgeschrieben ist und dann in der Art und Weise hier auftritt, dann ist der Sieg auch verdient.

Reiner Maurer (München): Mir geht es so wie den Zuschauern heute – ich bin schon ein bisschen entsetzt über unsere Leistung. Natürlich hatten wir Schwierigkeiten, da unsere beiden Sechser ausgefallen sind und Collin Benjamin auch nicht spielen konnte. Wir sind dann im zentralen Mittelfeld auch überhaupt nicht ins Spiel gekommen. Ein Stefan Buck hat dabei heute beispielsweise überhaupt nicht ins Spiel gefunden, daher hab ich ihn dann auch zur Halbzeit rausgenommen. Wir hatten heute zu viele leistungsschwache Spieler in der Mannschaft, was immer wieder zu Ballverlusten geführt hat - obwohl Hansa Rostock in der Defensive nicht so sicher gestanden hat und sie bisher auswärts auch nicht so oft zu Null gespielt haben. Unsere Offensive hat heute zu wenig Torchancen erspielt, aber diese Torchancen waren mindestens einhundertprozentig und alleine Kevin Volland war insgesamt vier Mal daran beteiligt. Mit den Auswechselungen war es dann auch schwer, da sich Stefan Aigner kurz vor der Pause verletzt hat und es dann nochmal probiert hat in Halbzeit zwei. Daher haben wir heute auch ein paar jungen Spielern die Chance gegeben und Sebastian Maier sowie Phillipp Steinhart gebracht. Von Daniel Halfar hatte ich mir auch gewünscht, dass er nochmal ein oder zwei Aktionen machen kann, aber nach seiner langen Pause war es für ihn auch ganz schwierig. Letztendlich muss ich mich bei den Zuschauern entschuldigen, die viel Geduld mit uns hatten. So ist Fußball - letzte Woche haben wir eine Top-Leistung in Dresden gebracht und heute waren wir ein bisschen neben der Kappe. Wir müssen schauen, dass wir uns die nächsten sechs Spiele wieder stabilisieren, denn der fünfte Platz ist für mich immer noch ein Ziel.

ARNE TARON

2. Bundesliga 2011/12, 28. Spieltag
TSV 1860 München – FC Hansa Rostock 0:1 (0:0)

München: Kiraly - Rukavina, Aygün, Vallori, Buck (46. Maier) - Schindler, Bierofka (78. Halfar), Aigner (50. Steinhart), Nicu - Lauth, Volland.

Rostock: Hahnel - Janecka, Holst (18. Weilandt), Pannewitz, Blum - Wiemann, Peitz, R. Müller, Jänicke (68. Borg) - Mintal (78. Jordanov), Perthel.

Tor: 0:1 Freddy Borg (80.).

Schiedsrichter: Patrick Ittrich (Hamburg).

Gelbe Karten: Bierofka, Aygün, Schindler – Pannewitz, R. Müller.

Zuschauer: 17.700 in der Münchener Allianz-Arena.

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