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Sonntag, 04.05.2008
Profis

Abstieg besiegelt?

Die Nerven liegen blank

Duell der Gegensätze: Hamburgs Olic (re.) traf gleich zweifach, während Rostocks Kapitän Kern lediglich den Eigentor-Anschlusstreffer inizierte. Foto: Joachim Kloock

Duell der Gegensätze: Hamburgs Olic (re.) traf gleich zweifach, während Rostocks Kapitän Kern lediglich den Eigentor-Anschlusstreffer inizierte. Foto: Joachim Kloock

In die letzte englische Woche dieser Saison startet der FC Hansa Rostock mit einer weiteren Heimniederlage gegen den Hamburger Sportverein und unterlag mit 1:3 (0:2).

Frank Pagelsdorf stellte die Startformation dabei auf zwei Positionen um. Jörg Hahnel ersetzte den am Kreuzband und Außenmeniskus verletzten Stefan Wächter, Fin Bartels rückte nach überstandenen Muskelproblemen für Amir Shapourzadeh wieder in den Angriff.

Auffällig war, dass in diesem Spiel auf eine Mittelfeldraute zurückgegriffen wurde und das Spiel damit deutlich offensiver als zuletzt erschien. Kai Bülow rückte von der defensiven auf die rechte Mittelfeldposition und sollte so für mehr Druck sorgen. Tim Sebastian ersetzte erneut den zur Zeit formschwachen Dexter Langen auf der rechten Außenverteidigerposition.

Hansa kam gut in die Partie und sorgte für regelrechte Belagerungszustände des Hamburger Strafraums. Einzig und alleine Frank Rost ist es zu verdanken, dass der HSV die erste Viertelstunde ohne Gegentor überstand. So entschärfte er einen direkten Freistoß von Rathgeb (7.) und Gledsons Kopfballaufsetzer nach einer Ecke von Bartels (9.). Der Führungstreffer lag für Hansa in der Luft.

Doch dann schlug der HSV zu. Mit dem ersten guten Angriff über die linke Seite wurde der schnelle Guerrero bedient, der keine Mühe hatte, den in die Gasse startenden Olic anzuspielen. Dieser verwandelte seine Chance mit einem Flachschuss ins lange Eck vorbei an Hahnel zum 0:1 für die Gäste (18.).

Was dann folgte war das Ende der Rostocker Herrlichkeit. Hansa schien angeknockt und nicht mehr in der Lage das Spiel zu kontrollieren. Die aus den vergangenen Spielen bereits bekannten Fehler bei Pässen, Ballan- und -mitnahme und Stellungsspiel kamen wieder zum Vorschein und resultierten im 0:2 für den HSV durch Raphael van der Vaart (27.). Der Torschütze zum 1:0 Ivica Olic flankte von der linken Seite in den Strafraum und der Kapitän der Hamburger vollendete per Seitfallzieher an den Innenpfosten und von dort ins Tor. Hahnel war auch bei diesem Treffer machtlos, dem ein kapitaler Stellungsfehler von Gledson vorausging.

Von nun an war Hansas Wille gebrochen und nur wenig funktionierte. Bülow und Gledson wurden zur zweiten Halbzeit ausgewechselt und durch Shapourzadeh und Lukimya-Molongoti ersetzt.

Doch die zweite Halbzeit begann für den Fan mit einem weiteren Stich ins Hansaherz. Erneut Ivica Olic setzte sich gut mit einem Tempodribbling in den 16er durch, und schlenzte nach einem Übersteiger ins lange Eck zum vorentscheidenden 3:0 (51.).

Olic ist damit an allen drei Treffern direkt beteiligt und verdiente sich ebenso wie der agile und fleißige Guerrero Bestnoten.

Was nun folgte war eine Demontage der Hansamannschaft in allen Belangen. Der HSV führte den FC Hansa förmlich vor, präsentierte Kunststücke und zauberte nahezu nach Belieben in der Nähe der gegnerischen Strafraums. Hansa untermauerte mit den gezeigten Leistungen, dass es anscheinend an Qualität für die erste Bundesliga fehlt.

Das Publikum reagierte mit Schmähgesängen und Pfiffen, und reagierte geschockt ob der Harmlosigkeit des Gezeigten ihrer Hansamannschaft.

Hansa erspielte sich zwar durch den zurückschaltenden HSV diverse Kontermöglichkeiten, vergab diese jedoch kläglich durch den Hansakapitän Enrico Kern. So musste ein Eigentor des Hamburgers Joris Mathijsen das Ergebnis auf 1:3 in der 76. Minute korrigieren.

Leider gab dies nicht den erhofften Schub für die Mannschaft von Trainer Frank Pagelsdorf. Die Mannschaft agierte weiterhin ängstlich und ohne Konzept, fehlerhaft und bemitleidenswert. Trauriger Höhepunkt waren die Pfiffe des Publikums, als Enrico Kern als Torschütze vom Stadionsprecher verkündet wurde.

Nach Abpfiff zeigte sich, wie die Nerven auf Fan- und Mannschaftsseiten blank liegen. Beschimpfungen von der Westtribüne in Richtung Trainerstab und Mannschaft wurden aufs deftigste erwidert und sorgten damit für ein trauriges Ende dieses Spieltages.

Hansa hat mit fünf Punkten Abstand zum rettenden 15. Platz nur noch theoretische Chancen auf einen Verbleib in der ersten Liga. Im ungünstigsten Falle könnte am kommenden Mittwoch der Abstieg besiegelt sein.

CHRISTIAN FALKENBERG

1. Bundesliga 2007/08, 31. Spieltag
FC Hansa Rostock - Hamburger SV 1:3 (0:2)

Rostock: Hahnel - Sebastian, Orestes, Gledson (46. Lukimya-Mulongoti), Stein - Rathgeb - Bülow (46. Shapourzadeh), Kern, Bartels - Hähnge, Cetkovic (67. Yelen).

Hamburg: Rost - Benjamin (71. Brecko), Reinhardt, Mathijsen, Boateng (62. Atouba) - Jarolim (75. Trochowski), de Jong - Demel, van der Vaart, Olic - Guerrero.

Tore: 0:1 Olic (18.), 0:2 van der Vaart (27.), 0:3 Olic (51.), 1:3 Mathijsen (76., Eigentor).

Schiedsrichter: Stark (Ergolding).

Gelbe Karten: Shapourzadeh, Bartels - keine.

Zuschauer: 28 000 (ausverkauft) in der Rostocker DKB-Arena.

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