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Montag, 12.12.2011
Profis

Turbulente Woche

Auftaktniederlage für Trainer Wolfgang Wolf

Ernste Gesichter beim FC Hansa Rostock: Manager Stefan Beinlich und Pressesprecher Lorenz Kubitz lauschen Wolfgang Wolf bei seiner Vorstellung. Foto: Joachim Kloock

Ernste Gesichter beim FC Hansa Rostock: Manager Stefan Beinlich und Pressesprecher Lorenz Kubitz lauschen Wolfgang Wolf bei seiner Vorstellung. Foto: Joachim Kloock

Auch der neue Trainer Wolfgang Wolf konnte den freien Fall des FC Hansa Rostock nicht aufhalten. Die Rostocker kassierten beim 0:2 (0:1) in Paderborn die neunte Saisonniederlage. Da auch die Konkurrenz aus dem Tabellenkeller punkten konnte, findet sich der FCH nun mit elf Punkten auf dem letzten Tabellenplatz wieder. Eine turbulente Woche mit Trainerwechsel, der Geisterspielstrafe gegen Dynamo Dresden findet damit ein unrühmliches Ende.

Wolf hatte im Vergleich zur letzten Begegnung unter Vorgänger Peter Vollmann vier Veränderungen in der Startelf vorgenommen. An Stelle von Lucas Albrecht stürmte Marcel Schied, im linken Mittelfeld spielte Tobias Jänicke für Michael Blum und auf der rechten Seite ersetzte Tino Semmer den verletzten Björn Ziegenbein. Als vierter neuer Spieler wurde Michael Wiemann für die Rechtsverteidigerposition nominiert, von der Robert Müller ins defensive Mittelfeld vorrückte. Dort ersetzte er Timo Perthel, der wie Albrecht und Blum zunächst auf der Ersatzbank Platz nahm.

Die Rostocker begannen durchaus mutig und engagiert beim in dieser Saison stark aufspielenden SC Paderborn. Die erste echte Torchance hatten jedoch die Gastgeber bei einem Kopfball durch Proschwitz (3.). Dann kam Semmer einen Schritt gegen Lukas Kruse zu spät (9.). Nach 17 Spielminuten eines bis dato recht ausgeglichenen Spiels klingelte es aber leider wieder im Hansa-Kasten. Bei dem direkten Freistoß von Alban Meha machte Torwart Kevin Müller nicht die beste Figur. Die Gäste versuchten diesen neuerlichen Schock so gut es ging zu verarbeiten. Ein Kopfball von Holst (20.) und ein Versuch von Semmer (23.) waren zu notieren. Einen Flachschuss von Tobias Jänicke konnte Kruse parieren (30.). Alushi hatte dann freistehend das 2:0 für die Gastgeber auf dem Fuß, sein Versuch landete aber neben dem Tor (38.). Nach einem Kopfballduell mit Dominic Peitz geht Nick Proschwitz zu Boden, woraufhin Schiedsrichter Robert Kampka sehr zweifelhaft auf Strafstoß entschied (44.). Krösche setzte den Ball aber glücklicherweise nur an den Pfosten (44.). Wenige Sekunden später hatte dann noch einmal Marcel Schied die Chance zum Ausgleich. Sechs Minuten nach Wiederanpfiff gab es dann aber bereits den nächsten Nackenschlag. Einen Konter konnte Nick Proschwitz zum 2:0 abschließen (51.). Damit war die Partie auch schon entschieden.

Unter dem Strich eine Leistungssteigerung bei einem Team, das momentan sicherlich zu den Besten der zweiten Liga gehört. Im abschließenden Heimspiel gegen Dynamo Dresden muss nun ein Sieg her, wenn man nicht bereits vor der Winterpause, den Kontakt zu der „Kellerkonkurrenz“ verlieren will.

Trainerstimmen

Roger Schmitt (Paderborn): Für uns war es von größter Bedeutung beim letzten Heimspiel unsere Erfolgsserie nicht abreißen zu lassen. Ich denke wir sind gut reingekommen in das Spiel und haben durch Alban Meha ein wunderschönes Tor erzielt. Das war auch kein Glück, denn der Junge kann das einfach. Allerdings haben wir danach etwas sorglos gespielt. Rostock hatte vor der Halbzeit einige gute Ballgewinne gehabt und dann auch über ihre schnellen Spieler gut umgeschaltet und auch die eine oder andere gefährliche Situation vor unserem Tor gehabt.

Wir wollten in der zweiten Halbzeit stabiler stehen, so dass wir diese Ballgewinne machen, umschalten und das 2-0 erzielen. Das ist uns dann auch früh sehr gut gelungen. Das 2:0 war super rausgespielt und Nick Proschwitz hat im Moment das Selbstvertrauen und auch die Klasse solche Chancen zu verwerten. Ich glaube danach haben wir das Spiel recht sicher nach Hause geschaukelt und unseren Zuschauern damit den letzten Heimsieg geschenkt. Jetzt freuen wir uns alle auf die Herausforderung bei Fortuna Düsseldorf.

Wolfgang Wolf (Rostock): Gratulation an meinen Kollegen für die überragende Saison bisher. Man konnte auch sehen, was Selbstvertrauen aber auch etwas Glück ausmachen können. Der Freistoß war einfach überragend getreten und fällt einfach oben in den Knick. In der zweiten Halbzeit wollten wir zu viel und fangen den Konter - schon steht es 2:0. Wir wollten dem Gegner die Räume eng machen und auch ein bisschen höher stehen, immer wieder über unsere schnellen Außen nach vorne spielen. Dabei war uns wichtig zu eigenen Torchancen zu kommen und wenige Chancen für den SC Paderborn zuzulassen, das ist uns im Großen und Ganzen gelungen. Ich bin insgesamt mit dem Auftreten meiner Mannschaft was Disziplin und Taktik angeht über weite Strecken des Spiels zufrieden. Wir haben natürlich noch nicht die Kälte vor dem Tor, die Chancen die wir hatten zu nutzen.

Ich habe aber viele Chancen gesehen, sogar mehr als ich erwartet hatte. Aber der letzte Pass in die Spitze und die Entschlossenheit vor dem Tor haben wir einfach noch nicht. Wir machen uns nicht verrückt, ich habe viele gute Ansätze gesehen, darauf bauen wir auf. Die Saison ist noch nicht gelaufen! Mann muss sich das Glück auch erarbeiten und vielleicht haben wir schon gegen Dynamo Dresden mehr Glück. Wir werden uns gut aufs neue Jahr vorbereiten und dann werden wir sehen was noch drin ist. Ich bin optimistisch gestimmt und ich denke auch dass die Mannschaft es sein kann, denn sie hat trotz der heiklen Situation befreit aufgespielt.

ARNE TARON

2. Bundesliga 2011/12, 18. Spieltag
SC Paderborn 07 – FC Hansa Rostock 2:0 (1:0)

Paderborn: Kruse - Wemmer, Mohr, Gonther, Bertels (63. Strohdiek) - Krösche, Alushi, Meha, Brückner (34. Kara) - Proschwitz, Brandy (89. Taylor)-

Rostock: K. Müller - Wiemann, Kostal, Holst, Pelzer - Peitz (53. Blum), R. Müller, Semmer, Mintal - Jänicke (79. Perthel), Schied (73. Albrecht).

Tore: 1:0 Meha (17.), 2:0 Proschwitz (51.).

Schiedsrichter: Robert Kampka (Mainz).

Gelbe Karten: Bertels, Kara, Strohdiek, Brandy – Holst, Peitz, Kostal, Perthel.

Zuschauer: 7.658 (darunter etwa 1.200 Rostocker).

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